Missverständnisse

Heute Morgen hat sich eine schöne Vorlage für meine nächste Kolumne ergeben.

Ich gehe mit Mable spazieren. Wir treffen eine Joggerin mit Border Collie, die wir im Brünings Busch vorher noch nie gesehen haben. Der Border Collie schleicht sich an. Mable ist verunsichert und bleibt mal lieber nah bei mir. Noch wissen wir nicht, ob das spielerisch oder ernst gemeint ist von ihm. Anschleichen ist ein Drohverhalten! Das ist so, weil es einfach so ist. Da gibt es auch nichts zu diskutieren. Die Joggerin erklärt mir allerdings, bei einem Border Collie sei es kein Drohverhalten, weil es Borde Collies tun, weil sie eben Border Collies sind. 

So kann ich das nicht stehen lassen…wir diskutieren und die Joggerin empfiehlt mir, mich von einer guten Hundeschule beraten zu lassen… 🙂

Wenn ein Kind mit einer Pistole auf einen fremden Menschen zu geht, dann droht das Kind diesem Menschen! Das KANN spielerisch gemeint sein, Das WEISS der Fremde aber erstmal nicht. Woran soll der Fremde erkennen, ob die Pistole geladen ist oder nicht oder ob das Kind schießen wird oder nicht. Wenn ein Erwachsener mit einem Messer auf mich zu geht, fühle ich mich bedroht. Ob er das aus Spaß macht, kann ich nicht erkennen!! DAS ist drohen,dieses Kind droht dem Fremden und der Erwachsene droht mir.

Wenn das Kind mit einer Pistole auf den besten Freund zugeht oder der Erwachsene ist meine Schwester, dann ist klar, dass es nur Spaß sein kann. Aber wenn man sich nicht kennt, ist das nicht klar!

Deswegen sage ich der Joggerin, das ihr Hund droht. Und deswegen sollten sie es Ihrem Hund verbieten! Oder würdet Ihr Eurem Kind erlauben, fremde Menschen zu bedrohen?

Mable hat einen Bekannten. Ein Goldi Rüde, ein total netter Kerl. Der macht das auch bei Mable, aber da die zwei sich kennen, ist Mable nicht verunsichert, sondern steigt auf sein Spiel ein und lässt sich verfolgen…Und dann verfolgt sie ihn… Und dann wieder er sie… Und dann wieder sie ihn… und dann wieder…..In diesem Fall ist das Anschleichen des Rüden auch Drohen, aber es ist ein Drohen im Spiel, völlig harmlos.

Die Körpersprache der Hunde ist so fein, manchmal sind es nur Nuancen, welche die Intention des Hundes erkennen lassen. Die Körpersprache der Hunde ist so spannend und es ist meiner Meinung nach unsere Pflicht als Hundebesitzer, wenn wir eine gute Beziehung zu unserem Hund haben wollen, auf diese zu achten. Wir sind die intelligentere Spezies, sind in der Lage, eine Sprache zu lernen. Das können Hunde nicht. Also sollten wir ihre Sprache lernen. Nicht umgekehrt. Und dann sollten wir unsere Hunde zu sozialen, gesellschaftsfähigen Vierbeinern erziehen. Und dazu gehört meiner Meinung auch Rücksichtnahme anderen Lebewesen gegenüber. Mable darf sich definitiv zur Begrüßung NIE anschleichen. Im Spiel später, dürfte sie es, wenn sie wollte. Aber niemals kann ein „guten Tag“ in Form von Drohen eine Begrüßungszeremonie sein.

Herzlichst,

Simone und Mable

 

 

 

 

2018-04-20T15:22:53+00:00

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